Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen treten immer häufiger auf. Die Zahlen sprechen für sich:
- Rund 20 Prozent der Kinder im Vorschulalter sind schätzungsweise betroffen.
- Bis zum 12. Lebensjahr haben rund 90 Prozent der Kinder Kopfschmerzerfahrungen.
- Etwa 60 Prozent kennen Spannungs-Kopfschmerzen und gegen 12 Prozent leiden an Migräne.

Mögliche Ursachen
Bei den Kindern und Jugendlichen ist eine gründliche Anamnese und Untersuchung dringend notwendig, um die möglichen Ursachen herauszufinden. Es ist abzuklären, ob eventuell folgende Ursachen eine Rolle spielen:
- steigende Anforderungen in der Schule
- Änderung in der Familiensituation
- gesteigerter Fernseh- und Computerkonsum
- Fehlsichtigkeit: Kopfschmerzen treten häufig nach Anstrengung der Augen auf, z.B. nach der Schule oder zu langem Spielen am Computer.
- Mädchen können unter einer Regulationsstörung des Kreislaufes leiden. Dabei treten auch Schwindelgefühl, Ohrensausen, Schweißausbrüche und Ohnmachtsanfälle auftreten.
- Bei dünnen Kindern ist der Blutzuckerspiegel manchmal zu niedrig, wenn sie länger nichts gegessen haben. Dadurch kann es zu Kopfschmerzen kommen. Weitere Symptome: Schweißausbruch, Unruhe, Übelkeit, Herzklopfen, Zittern.
- Viele fieberhaften Infektionskrankheiten werden oft von Kopfschmerzen begleitet.


Bei folgenden Symptomen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen:

Gehirnhautentzündung
- starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
- häufig Übelkeit und Erbrechen
- hohes Fieber
- mögliche Sehstörungen
- Lichtempfindlichkeit
- Berührungsempfindlichkeit
- Benommenheit

Gehirntumor
- Schmerzen nehmen mit der Zeit zu.
- Übelkeit und Erbrechen häufig nach dem Aufstehen
- mögliche Sehstörungen (z.B. Schielen)
- Verhaltensänderungen
- Gehunsicherheit
- Lähmungen
- Ohnmachtsanfälle

Kopfverletzungen

- offene blutende Wunde
- Beule am Kopf
- ev. kurze Bewusstlosigkeit nach dem Unfall
- sofort oder später auftretende Kopfschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen
- Müdigkeit
- Blutung aus dem Ohr, Mund und Nase
- Lähmung


Die beiden häufigsten Kopfschmerz-Arten sind bei Kindern und Jungendlichen - wie bei den Erwachsenen - die Migräne und der Spannungskopfschmerz. Bei der Migräne gibt es ein paar Unterschiede zwischen den Kindern und Erwachsenen.

Migräne bei Kindern
So können Sie einen Migräneanfall bei Ihrem Kind erkennen:
- Das Kind hört auf zu spielen oder zu lernen.
- Ist blass, möchte sich hinlegen.
- Schläft im Verlaufe einer Attacke ein und erwacht wieder ohne Beschwerden.
- Der pochende Schmerz betrifft meistens beide Seiten und die Stirn.
- Die Attacken sind kürzer als bei Erwachsenen.
- Begleiterscheinungen: Vor allem Übelkeit und Erbrechen.
- Auch bei Kindern kann die sog. Aura auftreten.

Spannungskopfschmerzen bei Kindern
Bei Spannungskopfschmerzen gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen.


! Kopfschmerzen bei Kindern: Was kann man tun? !

- Helfen Sie dem Kind, sich zu entspannen. Massieren Sie ihm die Schulterpartie und den Nacken. Vielleicht spricht Ihr Kind auch auf autogenes Training an.

- Die Umgebung sollte ruhig sein: Kein Fernseher, kein Computer, kein Radio, keine Musik.

- Wenn Ihr Kind keine Angst hat, können Sie das Zimmer auch abdunkeln.

- Wärme- oder Kältewickel können gleichermaßen helfen. Entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Kind, was als wohltuender empfunden wird.

- Pfefferminzöl: Reiben Sie Schläfen, Stirn und Nacken mit ein paar Tropfen Öl ein. (Achtung bei allergischen Reaktionen der Haut oder Asthma).

- Wenn das Kopfweh immer wieder auftritt, sollten Sie eine Zeitlang ein Kopfschmerz-Tagebuch führen.

- Auf Medikamente sollten Sie, wenn möglich, verzichten.

Wenn es nicht ohne geht, dann wird Ibuprofen (10 mg/Kilo Körpergewicht) und Paracetamol (15 mg/Kilo Körpergewicht) empfohlen. Davor sollten die Kinder ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Erbrechen und Übelkeit einnehmen (z.B. Domperidon).

- Bei Spannungskopfschmerzen, aber auch bei Migräne kann der Arzt ein TENS-Gerät verordnen. Dabei werden Elektroden im Nackenbereich aufgeklebt. Das Gerät liefert sanfte Ströme, die ein Kribbeln erzeugen. Körpereigene schmerzunterdrückende Systeme im Körper werden aktiviert.
Bereits Kinder ab sechs Jahren können die tägliche 30 - 40 Minuten dauernde Selbstbehandlung durchführen.

Bei Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind auch vorbeugende Maßnahmen äußerst wichtig.

- Achten Sie auf regelmäßige Schlafenszeiten.
- Achten Sie auf regelmäßige Essenszeiten.
- Ihr Kind sollte sich genügend bewegen.
- Lernen Sie Ihr Kind einige Entspannungsübungen. Auch Fantasiereisen sind gut geeignet.
- Bei chronischen Kopfschmerzen gibt es weitere Maßnahmen, die Sie aber mit dem Arzt besprechen sollten. Einige Maßnahmen werden nur an spezialisierten Zentren angeboten.


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